Mein Job als Informatikerin - 3 Fragen, die mir oft gestellt werden - But first, create!
Mein Job als Informatikerin

In den letzten Monaten habe ich immer wieder Fragen zu meinem Beruf als Informatikerin bekommen. Nach nun viel zu langer Zeit habe ich mich endlich hingesetzt und drei dieser Fragen beantwortet.

Seit nun knapp fünf Jahren arbeite ich als Informatikerin. Nebenbei mache ich noch eine Weiterbildung mit dem Schwerpunkt Interaktive Medien.

Eigentlich wollte ich beruflich nie was mit Computern und Netzwerken zu tun haben. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt – ist doch immer das selbe!


 

Okay, wie bist du zu deinem Job gekommen?

Ich wollte früher eigentlich immer ganz was anderes werden. Als Kind sollte es unbedingt was mit Tieren sein, ein bisschen später wollte ich auf alle Fälle in den Bereich Grafik und Design. Ich war 15, als ich die neun obligatorischen Schuljahre fertig hatte und entschied mich, ein zehntes Schuljahr zu machen. In dieser Zeit verbrachte ich einige Tage dabei, in unterschiedliche Berufe reinzuschauen und mich zu informieren.

Nach einigen Monaten wurde ich dann aber auf einen neuen Ausbildungsweg aufmerksam gemacht: eine Wirtschaftsmittelschule mit Schwerpunkt Informatik. Die Lerninhalte gefielen mir, das Konzept klang spannend und die Anforderungen konnte ich alle erfüllen. Also machte ich es. Wir hatten drei Jahre schulische Ausbildung und anschliessend ein Jahr Praktikum in einem Betrieb. Bis zu meinem Praktikumsjahr war ich mir eigentlich sicher, dass ich nicht als normale Informatikerin arbeiten wollte. Aber während die Zeit so verging, war mir klar, dass ich meinen Beruf gefunden hatte.

„Ich will auch Informatikerin werden, bin aber so schlecht in Mathe..“

Ich werde oft gefragt, ob man gut in Mathe oder Physik sein muss, um diesen Beruf auszuführen. Ich war in diesen Fächern eine richtige Niete. Wir kennen das Schul-Mathe und auch das Schul-Physik – mit der eigentlichen Praxis hat es am Ende nicht viel zu tun. Ich muss dafür aber bei anderen Fächern, jetzt während meiner Weiterbildung, mir halt umso mehr Mühe geben. Ich finde, für einen Beruf zu lernen ist immer noch was anderes, anstatt als 6. Klässler die Schulbank zu drücken.

Du musst einfach bereit dazu sein, dir für deinen Traumberuf in den Arsch zu treten. :D

Wie ist das so als Frau in der Informatik?

Ich habe mit Klischees zu kämpfen. Vor allem bei Menschen, die mich nicht kennen. Menschen, die ignorant durchs Leben wandern und ihre Augen nicht für neue Dingen öffnen können. Du kannst dir gar nicht vorstellen, was für Fragen aufkommen, weil ich eine Frau mit einem technischen Beruf bin. Weil ich meistens lackierte Fingernägel habe und mich schminke  – als Informatikerin. „Du kannst doch nicht normal sein“. Doch, bin ich. Ich hasse Klischees, ich finde Aussagen wie „das ist ein Männerjob“, „dein Job passt nicht zu dir“, „ein Mann in deinem Beruf ist bestimmt besser als du“ verletzend.

In meinen Augen soll jeder einzelne Mensch den Beruf ausführen, den er ausführen will. Nur weil man ein bestimmtes Geschlecht hat, bedeutet das nicht, dass man weniger geeignet ist für einen Beruf. Wir haben immerhin das Jahr 2016. Mittlerweile weiss ich, dass ich gut bin in meinem Job, aber das war ganz am Anfang noch nicht so. Damals machten mir solche Aussagen mehr zu schaffen.

Auch wenn du in deinem Beruf mit Klischees zu kämpfen hast: lass dich bloss dich verunsichern! Du bist gut darin, du machst einen wundervollen Job!

Trotzdem liebe ich meinen Beruf. Ich liebe den Kontakt mit Menschen. Natürlich liebe ich auch die Technik und alle Herausforderungen, die damit wandern. Mein Arbeitsort ist wahnsinnig super und ich bin froh, dass ich von allen Seiten akzeptiert werde und in meinem Arbeitsalltag keine Klischees bewältigen muss.


Falls du weitere Fragen zum Beruf Informatiker/in hast, kannst du mir gerne eine E-Mail schreiben. Ich werde diese Fragen dann in einem weiteren Beitrag veröffentlichen oder dir direkt auf deine E-Mail antworten! :)